Die 69. Filmfestspiele von Venedig
Venedig, die Stadt der Kanäle feiert vom 29. August bis zum 8. September ihre 69. Filmfestspiele. Sie gelten als weltweit von Produzenten, Regisseuren, Schauspielern und Filmliebhabern meist erwartetes Filmevent, denn sie dienen nicht nur als Raum für die Kreativität sondern auch als Zusammenkunft der verschiedenen Welten, welche die Filmindustrie ausmachen.

Die Leitung des Festivals liegt in den Händen von Alberto Barbera, während die Biennale von Venedig für die Organisation verantwortlich ist. Ihr Hauptziel ist die Förderung des internationalen Films in all seinen Facetten und Ausdrucksformen bei gleichzeitiger Erhaltung des Geistes der Toleranz, der das Filmfest seit jeher auszeichnet. Veranstaltungsort ist der Palazzo del Cinema (Filmpalast) am Lido.
Wie immer gibt es auch in diesem Jahr Retrospektiven und Hommagen an herausragende Figuren, die dazu beigetragen haben, den Film und seine Historie zu fördern und zu stärken. Die Organisatoren haben verlauten lassen, dass das Festival in diesem Jahr etwas schlichter ausfallen wird. So wird in der Hauptkategorie der Wettbewerb auf ein Maximum von 20 Spielfilmen begrenzt. Die Vorstellungen außer Konkurrenz, bei denen Regisseure teilnehmen, die bereits bei vorherigen Auflagen des Festivals teilnahmen, sind auf 11 Spielfilme eingeschränkt.
In der Kategorie Horizonte treten Filmproduktionen zeitgenössischer Kunst an, die nicht länger als 20 Minuten sind und von unabhängigen Produzenten gedreht wurden. Bei den Giornate degli Autori, gefördert vom Verband der Filmregisseure und der Autori 100, wird eine Reihe von 12 auserwählten Filmen vorgestellt.
In diesem Jahr haben die Organisatoren des Festivals einen offenen Workshop namens Biennale College – Film für junge Filmemacher aus aller Welt angekündigt, der sich der Produktion von Low-Budget-Filmen widmet und unter der Leitung des Industry Office steht.
Das Filmfestival von Venedig hat die politische und soziale Geschichte anhand des Filmes vorbeiziehen sehen. Es wurde am 6. August 1932 als eine sommerliche soziale Veranstaltung ins Leben gerufen. Der erste, dort ausgestrahlte Film war der Thriller „Dr. Jekyll and Mister Hyde” des Regisseurs Rouben Mamoulian. Damals gab es noch keine Auszeichnungen, sondern lediglich eine öffentliche Abstimmung, bei der „Road to Life” von dem russischen Regisseur Nikolaj Ekk zum besten Film gekürt wurde. Der Streifen „Es lebe die Freiheit” von René Clair wurde damals zum amüsantesten gewählt.
Im Jahr darauf wurde der Wettbewerb eröffnet und das Festival dadurch unmittelbar in den Fokus der Presse gerückt. Der erste Preis trug zu Ehren des Diktators den Namen „Coppa Mussolini”. In jenem Jahr wurde die großartige nordamerikanische Filmschauspielerin Katharine Herpburn von der Nationalfaschistischen Jury für ihre Rolle im Film „Vier Schwestern“, nach dem gleichnamigen Roman von Louisa M. Alcott, unter der Regie von George Dewey Cukor mit der Goldenen Medaille ausgezeichnet.
Einer der ersten bekannten Skandale war die Nacktszene der Schauspielerin Hedy Lamarr in dem Film „Extase” von Gustav Machatý, welche als Beleidigung der konservativen oberen Schicht Venedigs angesehen wurde.
Im Laufe seiner mehr als 50 jährigen Geschichte durchlief das Festival Momente des Erfolgs und der Konflikte, die geprägt waren von den politischen und sozialen Entwicklungen, den neuen künstlerischen Trends und den Krisen der Filmindustrie. Trotz alledem setzt das Festival noch immer die modernen Trends der siebten Kunst.
Für mehr Informationen: http://www.labiennale.org/en/cinema/
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Alexa Ray
Übersetzt: Mara Maroske
Übersetzt: Heloise Battista
Übersetzt: Heloise Battista
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