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Archive for March 2nd, 2012

Venedig bei Regen

March 02, 2012 By: veniceblogger Category: Venedig

Wenn es in Venedig regnet dann gibt es vielleicht nichts Besseres, als den Regen von der Innenseite der Fenster des sagenhaften Café Florián zu betrachten, (http://www.caffeflorian.com/) die auf den Markusplatz blicken. Dort hatte einmal der Schriftsteller von Samoa Albert Hanover, während er von seinem Marmortisch mit Wasserglas (gab es in jenem Moment eventuell einen flüchtigen Gedanken an Magritte?) die traumhafte Fassade des Dogenpalastes betrachtete, das starke Gefühl für einen Preis, der heute 10 Euro gleich kommen würde, in diesem im Jahre 1720 gegründeten Café, das auch Casanova frequentiert haben dürfte und dessen Kellner ihn aus irgendeinem Grund an die Gestalt erinnerte, die von Marcello Mastroianni in Schwarze Augen verkörpert wurde, den preiswertesten Cappuccino seines gesamten Lebens zu trinken.

venedig regen

Ein Kaffee, der speziell geeignet ist für die Lektüre von Proust oder Ruskin oder vielleicht sogar für die Texte, die Proust mit Hilfe seiner Mutter von Ruskin übersetzte. In diesem Fall würden wir früher oder später den Zauber brechen, den vernichtenden, engelhaften Effekt des Florián überwinden und das Café verlassen. Unausweichlich nachdenkend darüber ob unser Besuch in diesem, wie auch in der gesamten Stadt, nicht nur ein Traum sei, überqueren wir im Regen den Platz und treten ein in die herrlichen Versprechungen des Orients, die durch die goldenen Löwen des wunderbaren Markusdom verkündet werden. Berauscht durch die bezwingenden, byzantinischen Winde werden wir ins Innere geleiten, wo uns auf verhängnisvolle Weise die aufregenden und unvergesslichen Farben, Marmor und Mosaike in Schwindel zu versetzten.

Und während der Regen weiterhin heftig und minutiös hinunter prasselt, würden wir vielleicht das Sonett von Borges in einem neuen Licht sehen (… Fällt oder fiel. Der Regen ist eine Sache/die ohne Zweifel in der Vergangenheit stattfindet…) und uns so auch ein Besuch des in elegantem, gotischen Flamboyant-Stil gehaltenen Inneren des Dogenpalastes, wo sich die berüchtigten Piombi Gefängniszellen befanden die durch das Buch von Casanova weltberühmt geworden sind, kaum erschrecken könnte.

Es ist unmöglich an etwas diesen grausamen Kerkern Gegensätzlicheres zu denken als das Museum Fortuny, welches sich in dem beeindruckenden gotischen Palast befindet, der au?erdem Haus und Atelier des ausgezeichneten Malers, Fotografen, Designers, Bühnenbildners und Geschäftsmann Mariano Fortuny y Madrazo war, einer der wichtigsten Vertreter der ästhetischen Welt der Belle Epoque. Während drau?en der Regen weiterhin fällt, als würde er damit diesem fabelhaften Interieur noch mehr Charme verleihen können, ist es nicht besonders schwer sich auf sü?e und verführerische Weise davon überzeugen zu lassen, das der Orient auf eine gewisse Weise in Venedig beginnt. Einer Stadt die, wie einen luxuriösen und sehr behüteten, geheimen Schatz, alle Schlüssel und Aromen dieser Traumwelt besitzt.

Und wenn die Kunst ruft, was gibt es dann Besseres als den Regentag in der Betrachtung des Gewitters von Giorgione zu beenden, eines der faszinierendsten und geheimnisvollsten Gemälde aller Zeiten, das wir in der Galerie der Accademia finden, die eine au?ergewöhnliche Sammlung italienischer Kunst beherbergt.

 

Paul Oilzum Only-apartments AuthorPaul Oilzum

Die appartments in Venedig strahlen eine einzigartige Melancholie aus wenn der Regen die Stra?en liebkost. Um dieses Phänomen zu beschreiben, welches man von irgendeinem der beschriebenen Innenräume aus betrachten kann, fehlen die Worte.

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