Eifersucht: Beziehungskiller oder gesunder Instinkt?
Handtaschen nach möglichen Beweismaterial durchwühlen, das Handy nach geheimen Botschaften absuchen, Jackentaschen durchstöbern bis hin zur „Observation des Zielobjektes“. Keine Sorge, hier ist im geringsten Sinne die Rede von irgendeiner Detektivgeschichte. Wir alle kennen sie, die berühmte Eifersucht. Ob in gesunder oder auch übertriebener Form, zweifellos kann die Eifersucht ein wahrhaftiger Beziehungskiller sein. Gesunder menschlicher Instinkt oder krankhafte Obsession, was denken Sie?

„Wo warst du?“, „Warum kommst du so spät?“, „Hat wohl länger gedauert das Geschäftsessen, was?“… Das ist nur ein kleiner Auszug der typischen Fragen des eifersüchtigen Partners, der mit großen gereizten Augen auf der Couch sitzt und auf den anderen wartet. Darauf folgen natürlich die klassischen Reaktionen: ausgiebige Wortgefechte, Streit, mentale Verletzungen, Tränen, eventuelle Versöhnung…. Egal ob Männer oder Frauen, einfach jeder hat Angst davor, dass der geliebte Partner fremdgeht oder sich in eine andere Person verliebt. Das ist natürlich auch verständlich, aber was ein absolutes „not-to-do“ ist, sind ganz klar die übertriebenen Eifersüchteleien. Forscher und Psychologen hingegen sehen dieses Phänomen als logische Konsequenz der Evolution.
Psychologen der Universität Bielefeld haben herausgefunden, dass die Gründe der Eifersucht zwischen beiden Geschlechtern unterschiedlich ist. Während Frauen eher davor Angst haben, dass ihr Partner Liebesgefühle für eine andere empfindet, fürchten sich die Männer mehr davor, dass die Frauen mit jemanden anderem in die Kiste springen. Die Wissenschaft geht hierbei auf bestimmte Geschlechter spezifische Rollenbilder der Geschichte zurück. Forschungen und Untersuchungen haben bei interessanten Studien ergeben, dass Frauen bei Zeichen der sexuellen Untreue ihres Partners weniger empfindlich reagieren als bei der so genannten „emotionalen Untreue“. Aus der evolutionären Sichtweise liegt beispielsweise die Begründung darin, dass der Mann früher soviel Wert auf die Treue legte, da er ja nicht sicher gehen konnte, ob die Kinder wirklich von ihm sind. Deshalb befürchtete er, dass er seine Energie und Aufmerksamkeit einen Nachwuchs schenkte, der vielleicht gar nicht sein eigener war. Wie Sie sehen, spielen unbewusste Ängste, die schon in der früheren Geschichte der Menschheit entstanden, noch immer eine wichtige Rolle.
Wie dem auch sei, gesunde Eifersucht gehört bei einer Beziehung zu den wichtigsten Eigenschaften. Liebe ohne Eifersucht ist praktisch unmöglich, denn sie zeigt, dass wir den Partner lieben und schätzen. Allerdings sollte man sich in nichts hineinsteigern und genügend Vertrauen zu seinem Liebling aufbauen, damit übertriebene Eifersuchtsszenen verhindert werden können. Denn wie heißt es so schön „Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht was Leiden schafft.“
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